Aktuelles rund um den Bus

Bustouristik wird nachweislich diskrimiert !

Karlsbad, 21.04.2004

 

 

Im Durchschnitt werden Flugreisegäste mit 96 Euro pro Passagier subventioniert. Der Grund: Der Flugverkehr unterliegt nicht der Mineralöl- und Mehrwertsteuerpflicht. Die Steuerausfälle beliefen sich dadurch auf etwa 4,8 Milliarden Euro, so der LBO. Im Gegenzug würden die 90 Millionen umweltfreundlich reisenden Busfahrgäste durch Öko- und andere Steuern kräftig zur Kasse gebeten. „Steuererleichterungen für die Luftfahrt sind antiquiert“, kritisiert Albert Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. Die Subventionen seien ungerecht, so Schmidt. Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen fordern „Schritte zur Angleichung der Wettbewerbsbedingungen“ für alle Verkehrsträger. Sie wollen auf internationalen Flügen die Mehrwertsteuer einführen., so wie es im Steuervergünstigungs-Abbaugesetz im Bundestag bereits beschlossen war, vom Bundesrat allerdings bis jetzt blockiert wird. Die Faktionen fordern auch die Besteuerung von Kerosin mit der Mineralölsteuer oder eine Emissions-Abgabe im europäischen Flugverkehr. (bb, 21.4.04)

Politische und steuerliche Wettbewerbsdiskriminierung

Ernst sei die momentane Situation der Bustouristik und verunsichert hätte die Verbraucher die unsachlich geführte Sicherheitsdiskussion, stellte RDA-Präsident Richard Eberhardt in seiner Rede während der RDA-Mitgliederversammlung in Karlsbad fest. In der Bustouristik werde es auch künftig Konstanten geben, aber die variablen Faktoren würden sich erhöhen. „Service und Ideen, das sind die beiden Faktoren, die künftig unsere Daseinsberechtigung bestimmen“, so sein Resümee vor den mehr als 300 Teilnehmern. Das Motto der Tagung „Türen auf für Türöffner“ sei deshalb der richtige Ansatz.
Während der Veranstaltung stellte Prof. Dr. Conrady das Gutachten „Politische und steuerliche Wettbewerbsdiskriminierung – eine Bilanz offener und verdeckter Subventionen im Luft- und Schienenverkehr“. Zielsetzung des Gutachtens war es, vermutete Diskriminierungen der Bustouristik im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln zu identifizieren und deren Auswirkungen möglichst exakt darzustellen.
Alleine der Lufthansa seien im Passgierverkehr des Jahres 1998 Mehrwertsteuervergünstigungen in Höhe von 253 Millionen Euro zugute gekommen, so ein Ergebnis der Studie. Durch die Mineralölsteuerbefreiung entstünden Steuerausfälle in Höhe von 2,24 Milliarden Euro. Die Bahn habe im Jahr 2002 Bundesleistungen in Höhe von 18,4 Milliarden Euro erhalten.
Würde die Bustouristik von der Mineralöl- und Ökosteuer sowie von der Mehrwertsteuer im internationalen Verkehr befreit, stiege die Nachfrage in der Bustouristik um 9,5 Prozent, so das Gutachten. Abschließend stellte Prof. Dr. Conrady fest, dass die Bustouristik im Wettbewerb der Verkehrsmittel nachweislich deutlich diskriminiert werde. Würde sie unter gleichen Wettbewerbsbedingungen wie der Luft- und Bahnverkehr agieren, wären deutliche Nachfragesteigerungen mit der Konsequenz überproportionaler Deckungsbeiträge realisierbar, so sei Resümee
(bb, 21.4.04)

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